Bayerisches Zahnärzteblatt: Wenn der Beruf auf den Rücken schlägt

Georg Grasser im Interview mit dem BZB: Wie sich Zahnärzte bei Verspannungen selbst helfen, ihren Rücken stärken können und was Faszien sind.

Es sticht im Kreuz und zieht im Nacken – wer kennt es nicht?
Oft stecken die Faszien, die Weichteilkomponenten des Bindegewebes, dahinter. Was Faszien sind und wie gerade Zahnärzte ihren Rücken stärken können, erklärt Georg Grasser im Interview mit dem BZB.
Der Physiotherapeut und Heilpraktiker hat zu diesem Thema ein interessantes Buch geschrieben.

Auszüge aus dem Interview:
BZB:
Was sind Faszien?
Grasser:
Ganz einfach gesagt: „Das, was uns zusammenhält.“ Fasziengewebe durchzieht den gan- zen Körper. Die Faszien bilden ein zusammenhängendes Spannungsnetzwerk. Sie umhüllen jedes Organ, jeden Muskel bis hin zur einzelnen Muskel- zelle, alle Nerven und Gefäße. Die Faszie hat keinen Anfang und kein Ende, sie ist ein Kontinuum.
BZB:
Warum sind Faszien wichtig und warum machen sie überhaupt Beschwerden?
Grasser:
Die Faszie ist aufgrund ihrer besonderen mechanischen Eigenschaften und ihrer dichten Nervenversorgung unser wichtigstes Organ für die Wahrnehmung und Koordination von Bewe- gungen. Sie vermittelt das Körpergefühl und die Schmerzwahrnehmung. Stress kann vermittelt durch die Faszie zu schmerzhaften Verspannungen führen. Über die Faszien werden nicht nur Nährstoffe für den Zellstoffwechsel und dessen Abfallprodukte transportiert, dort zirkulieren auch Immunzellen, Hormone und Lymphflüssigkeit. Nach dem Fasziendistorsionsmodell (FDM) von Dr. Typaldos sind es Verformungen der Faszien, die zu schmerzhaften Beschwerden führen.
BZB:
Welchen Anteil haben Faszien an körperlichen Beschwerden wie Hexenschuss oder Rückenschmerzen, Verspannungen und Kopfweh – also die „Alltagsleiden“, die jeder auf irgendeine Art kennt?
Grasser:
Der Anteil der Faszienverformungen an den genannten Beschwerden liegt meiner Erfahrung nach bei über 90 Prozent. Deshalb sind sie mit FDM so erfolgreich zu behandeln.
Sie müssen sich regelmäßig bewegen. Faszien lieben Bewegung und bleiben nur geschmeidig, wenn sie bewegt werden…
BZB:
Mit welchen Übungen kann der Zahnarzt, beziehungsweise sein Praxispersonal, diesen Beschwerden entgegenwirken?
Grasser:
Das Beste ist, sich viel zu bewegen. Und wenn Ihnen die Bewegung Spaß macht, ist das umso besser…

Quelle: Ilka Helemann, Bayerisches Zahnärzteblatt

Zum kompletten Interview auf www.bzb-online.de