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Interview von Dr. Reinhardt Sittl mit Georg Grasser zu seinem Buch „Faszinierend Schmerzfrei“, Faszientherapie bei Rückenschmerzen einfach erklärt.

Warum schmerzt es?

Faszien sind das Bindegewebe, das uns zusammenhält. Im Anatomiebuch sind nur einige Faszien definiert. Jedoch durchzieht das Fasziengewebe unseren ganzen Körper. Sehnen, Bänder, organumhüllende Strukturen, Gelenkkapseln sind im Prinzip Faszien. Muskeln bestehen aus Fasziengewebe und Muskelzellen.  Schließlich gibt es noch Faszien, die wie die Haut unseren ganzen Körper umhüllen. Da diese Strukturen viele Nervenendigungen besitzen, können wir damit viel wahrnehmen. Auch Schmerz. Dieser kommt zustande, wenn die Faszienstrukturen verformt sind.

Ursachen für faszienbedingte Schmerzen

Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, einseitige Belastungen fördern die Veränderung von Faszien. Hinzu kommen emotionaler Stress oder Vitamin-D-Mangel. Meist kommt der Schmerz auch durch Unfälle zustande, bei denen Gewebe verformt wurde. Diese müssen nicht unbedingt dramatisch sein. Manchmal reicht ein kleiner Stoß oder Fehltritt aus.

Faszientherapie gegen Schmerzen

Wichtig für den FDM-Therapeuten ist die Diagnose. Diese stützt sich auf die Art und Weise, wie der Patient seinen Schmerz beschreibt. Denn nur mit einer exakten Diagnose kann eine Therapie erfolgreich sein.

Anwendungsgebiete der Faszientherapie - Wieder schmerzfrei leben!

Das Faszien Distorsions Modell ist eine Therapie, die ich schon seit vielen Jahren sehr erfolgreich bei folgenden Beschwerden anwende:

Rückenschmerzen

Hilfe bei Rückenschmerzen mit FDM-Therapie

Bandscheibenvorfall

Hilfe beim Bandscheibenvorfall durch FDM-Therapie

Gelenkblockaden

Hilfe bei Gelenkblockaden und Gelenkschmerzen

Arthrose

Arthrose

Fersensporn

Hilfe bei Fersensporn mit FDM-Therapie

Kopfschmerzen

Hilfe bei Kopfschmerzen, z. B. bei Spannungskopfschmerzen

Verstauchung

Verstauchungen 200x200

Sonstige Schmerzen

sonstige Schmerzen

Angst und Panik

Kann man Angst und Panik manuell behandeln? Hier schildere ich Ihnen ein Beispiel aus meiner Praxis:

Eine 30-jährige Frau kommt an einem Donnerstag in meine Praxis. Sie berichtet, dass sie häufig das Gefühl wiederkehrender Herzattacken habe. Dies spürt sie im Bereich des Brustkorbs. Es fühlt sich für sie an, als ob ihr Herz in diesem Zustand Aussetzer hat beziehungsweise stolpert. Anscheinend ist es nichts Neues für sie, aber: „Es macht mich wahnsinnig.“ Sie hat deswegen bereits einige Ärzte aufgesucht und war sogar mehrmals im Krankenhaus in Behandlung. Immer wieder wurde ihr versichert, das Herz sei in Ordnung. Man hatten nie etwas Ernsthaftes gefunden. Das Gefühl mache sie jedoch verrückt, betonte die Patientin. Sie wisse nicht mehr weiter. Ihr Ziel für unsere Arbeit ist es, mit weniger Angst zu leben. Sie möchte diesen Zustand der ständigen Angst loswerden.

Die Patientin schilderte zu Beginn, dass sie Angst vor dem Kontrollverlust habe und zusätzlich sehr intensiv körperliche Wahrnehmungen wie Beklemmungsgefühl, Thoraxschmerzen, Missempfindungen im Brust- und Oberbauchbereich, Herzstolpern, Unsicherheit, Kontrollverlust und Kribbelgefühle erlebe. Das Angstgefühl ist auf mehreren Ebenen wahrnehmbar. Für ein besseres Verständnis sollen die Symptome nach ICD 10 angegeben werden. Angstsymptome werden in Teilbereiche unterteilt und ist in Summe sehr vielfältig. Es sind nun die Hauptkriterien der Symptome angeführt.

Vegetative Symptome

Herzklopfen, Schweißausbrüche, Tremor, Mundtrockenheit

Symptome Thorax und Abdomen

Atembeschwerden, Beklemmungsgefühl, Thoraxschmerzen und Thoraxmissempfindungen, Übelkeit oder abdominelle Missempfindungen (Kribbeln im Bauch)

Psychische Symptome

Gefühl von Schwindel, Unsicherheit und Schwäche (Derealisation)
Gefühl, dass Objekte unwirklich sind (Depersonalisation)
Man selbst ist weit entfernt, Angst vor Kontrollverlust, verrückt zu werden; Angst zu sterben

Allgemeine Symptome

Hitzewallungen oder Kälteschauer, Gefühllosigkeit oder Kribbelgefühl

Symptome der Anspannung

Muskelverspannungen, akute und chronische Schmerzen, Ruhelosigkeit und Unfähigkeit sich zu entspannen, Kloßgefühl im Hals oder Schluckbeschwerden

Unspezifische Beschwerden

Übertriebene Reaktion auf kleine Überraschungen oder erschreckt zu werden, Konzentrationsschwierigkeiten, Leeregefühl im Kopf wegen Sorgen oder Angst, Einschlafstörungen wegen der Besorgnis

Die geschilderten Symptome sind aus unserer Sicht (Vergleich Buch: SCHMERZ-ANGST-PANIK-BURNOUT VERSTEHEN von Georg Grasser und Mario Maleschitz) körperlich wahrnehmbare Probleme und deshalb
entsprechend zu betrachten. Auf dieser Basis wurden 2 Behandlungen durchgeführt.

Als die Patientin zum vereinbarten Folgetermin erscheint, frage ich sie: „Wie geht es Ihnen?“, und sie antwortet spontan: „Perfekt!“ Sie ist überglücklich und kann es noch gar nicht fassen, dass sich ihr Zustand innerhalb eines derart kurzen Zeitraums so drastisch verbessert hat. Sie war zwar noch etwas irritiert, wurde jedoch über die Tage zunehmend ruhiger, offener und sicherer. Sie betont, dass sie keine Medikamente einnehmen musste. Die Patientin kann kaum glauben, dass durch eine manuelle Behandlung eine derart offensichtliche Verbesserung erreicht werden konnte. Wir vereinbaren keinen weiteren Termin. Sollte sie wieder Hilfe brauchen, würde sie sich melden.

Angstzustand - Schmerz Angst Panik Burnout Verstehen von Georg Grasser und Mario Maleschitz

Burnout

Burnout - Schmerz Angst Panik Burnout Verstehen von Georg Grasser und Mario Maleschitz

„Burnout“ ist in unserer Gesellschaft ein allgegenwärtiger Begriff. Die Erkrankung sorgt für Gesprächsstoff in vielen Bereichen des Lebens und führt immer wieder zu Diskussionen, die oft sehr emotional geführt werden, denn hinter diesem Begriff versteckt sich eine Vielfalt an Symptomen und das Ganze ist nur schwierig zu fassen. Burnout stellt eine Befindlichkeit dar, die aus der Sicht des Betroffenen einen hohen Identifikationswert ermöglicht. Man ist zwar krank, jedoch nicht wirklich krank wie bei einer Depression. Gleichzeitig wird der von einem Burnout Betroffene innerhalb der gesellschaftlichen Normen akzeptiert. Schließlich ist er nicht aus Faulheit unfähig, sondern durch zu viel Engagement. Es entsteht das Bild eines Menschen, der intensiv und hingebungsvoll für etwas „brennt“. Es scheint auch, dass die Betroffenen mit ihrer eigenen Bewertung eines Burnouts besser umgehen können als mit einer klassischen psychiatrischen Diagnose wie beispielsweise einer mittelgradigen depressiven Episode. Das Wort „Burnout“ ist eine Begriffsbestimmung, die wohl nicht treffender formuliert werden konnte. Es erzeugt ein inneres Bild, dass etwas brannte. Wenn wir an ein Feuer denken, so brennt dieses gut, solange es genug Substanz zum Verbrennen hat. Fehlt das Brennmaterial oder der Sauerstoff, geht das Feuer aus. Es ist ausgebrannt. Die Betroffenen erleben sich erschöpft und bemerken einen erheblichen Leistungsrückgang. Die Erschöpfung ist das Kardinalssymptom dieser Erkrankung, eines der Frühwarnzeichen ist es, nicht „abschalten zu können“.

Ein System, das nicht mehr funktioniert, braucht in unserem Verständnis (Vergleich Buch: SCHMERZ-ANGST-PANIK-BURNOUT VERSTEHEN von Georg Grasser und Mario Maleschitz) eine Musterdurchbrechung und/oder einen „Reset“ – wie bei einem Computer. Bei einem PC wissen wir oft auch nicht, warum das System abgestürzt ist und nichts mehr funktioniert. Starten wir das System neu, läuft es wieder. Meistens kennen wir die Ursache nicht, warum etwas nicht funktioniert. Natürlich gibt es unterschiedliche Interpretationen für ein Problem. Dies ist abhängig von der Perspektive des Betrachters und seinen Erfahrungen. Bei einem Burnout ist der Mensch ebenso funktionsunfähig wie ein Computer mit Systemabsturz. Aktivität und Regeneration werden durch das vegetative Nervensystem gesteuert.

Drei Typen des Erschöpfungszustands

Man kann bei der Behandlung von Burnout nicht mit einer standardisierten Strategie vorgehen. Außerdem brauchen wir einen Handlungsauftrag von unseren Patienten. Deshalb ergeben sich für uns unterschiedliche Typen oder Zustände, die bestimmen, wann wir den Handlungsauftrag bekommen.

Typ 1 lässt sich schon bald helfen und ändert sein Verhalten. 

Viele Menschen erkennen schon im Anfangsstadium des Burnouts, dass etwas falsch läuft. Sie merken, dass sie gestresst und verspannt sind, und suchen nach Lösungen, um aus dem Teufelskreis
herauszukommen. Die Strategien dafür können sehr unterschiedlich sein. Für den einen ist körperliche Aktivität die Lösung, für den anderen kann es Meditation sein. Manchmal bringt ein Coach oder Mentor die erforderliche Hilfe.

Typ 2 braucht einen „Reset“ und kommt wieder in die Spur. 

Wenn das System sich nicht mehr selbst reguliert, braucht man eine Musterdurchbrechung. Häufig braucht die Person einen „Reset“, wie wir ihn bereits beschrieben haben. Danach findet die Person wieder zu ihrer gewohnten Stärke und kann ihre Probleme mit neuer Energie bewältigen.

Typ 3 muss erst verglühen, um wieder aufgebaut zu werden. 

Für die unerbittlichen Kämpfer ist es – wie in unserem letzten Beispiel beschrieben – notwendig, dass sie durch einen Unfall oder eine Krankheit aus dem System gekickt werden. Erst dann haben sie die Möglichkeit, zu reflektieren und sich neu zu organisieren. Manchmal müssen wir Menschen in ihrer ausgebrannten Haltung unterstützen, wenn sich keine direkte, zeitnahe Lösung ergibt (Hausbau, Unternehmenskrise …). Als Therapeut kann man in solchen Fällen die nötige Unterstützung mit manuellen Behandlungen oder Gesprächen geben. Dies sollte jedoch nicht zur Lebensaufgabe werden, denn das Ziel sollte immer sein, den Klienten in die Handlungsebene zu bringen.

Für mich, als Behandler, ist der erst wichtige Schritt, dass der Patient in die Handlungsebene kommt. Deshalb ist für mich die Reorganisation des vegetativen Nervensystems unerlässlich. Für die Reorganisation des Systems reicht es oft aus, „Blockierungen“ zu lösen, die uns einschränken. Der Patient gewinnt durch den „Reset“ neue Perspektiven und damit Möglichkeiten. Wenn der Betroffen wieder in der Handlungsebene ist bedarf es oftmals ein Coaching um die Muster zu erkennen, die zu dem Burnout führten.